Samstag, 10. November 2018

e-Sports im Bundestag

Erstmals in der Geschichte des deutschen Parlaments ist offiziell über den e-Sports beraten worden. Auf Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen wurde über die Entwicklung des e-Sports' in Deutschland debattiert.

Dabei wurde unter anderem gefordert, dass die ehrenamtliche Tätigkeit von E-Sportlern in Vereinen mehr Anerkennung finden soll, sowie den e-Sport und den klassischen Sport im Sinne der Gemeinnützigkeit gleichzustellen. Darüber hinaus stand auch der professionelle e-Sports im Fokus. So soll es zukünftig Erleichterungen für Visa von E-Sportlern geben, die nach Deutschland zur Teilnahme an Wettbewerben einreisen wollen. Deutschland richtet regelmäßig international bedeutsame Turniere aus, in 2018 etwa die ESL One (Dota 2) in Hamburg oder die ESL One (Counter-Strike:GO) in Köln.

In dem Antrag heißt es unter anderem (Auszug):

„eSport ist ein weltweites Phänomen, das Millionen junger und zunehmend auch älterer Menschen begeistert, sowohl als Spielerinnen und Spieler, als auch als Zuschauerinnen und Zuschauer bei Turnieren vor Ort, via Streaming im Internet oder im Fernsehen. Unter eSport wird das kompetitive Spielen von Videospielen am Computer, der Konsole oder anderen Geräten subsummiert. Es findet ausschließlich unter menschlichen Opponentinnen und Opponenten statt, die sich auf der Basis allgemeiner sportlicher Umgangsformen im Wettkampf begegnen.

Auch in Deutschland wächst die Bedeutung des eSports stetig. Laut Branchenverband game schauen in Deutschland mehr als 3 Millionen Menschen mindestens einmal im Monat eSport-Matches oder sind selbst im eSport in einer AmateurLiga aktiv. Die größten eSport-Turniere werden von zehntausenden Zuschauerinnen und Zuschauern besucht. Derzeit erleben wir eine Professionalisierung des eSports und seiner Strukturen. [...]“
Deutscher Bundestag, 19. Wahlperiode, Drucksache 19/5545, 07.11.2018

Ich persönlich gehe davon aus, dass die folgende Ausschussarbeit zu einem positiven Ergebnis führen wird.

Freitag, 9. November 2018

E-Sports oder DFB? McDonald's Deutschland und das Sponsoring

15 Jahre bestand eine umfassende Kooperation zwischen McDonald's Deutschland und dem Deutschen Fußballbund (DFB). Eine Kooperation, die nun ihr Ende findet.

Dass der DFB den e-Sports immer noch eher skeptisch sieht, ist nichts Neues. Dass sich nun aber große Nicht-IT-Unternehmen in Deutschland eher für den e-Sports entscheiden schon. So wird McDonald's Deutschland künftig vermehrt in den e-Sports investieren und die Kooperation mit dem DFB aufkündigen. Das macht vor allem eines deutlich: Das Unternehmen erkennt nicht nur den Wachstumsmarkt e-Sports, sondern es anerkennt diesen auch als prägende und wichtige Sport- und Jugendkultur.

"Die Entscheidung für das eine ist nicht zwangsweise die Entscheidung gegen das andere, sondern spiegelt die generelle Markenstrategie wider, näher an die Lebenswelt der Teens und Twens anzuschließen"
Philipp Wachholz, Unternehmenssprecher von McDonald's Deutschland

Es bleibt zu hoffen, dass der DFB und ebenfalls der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Zeichen der Zeit bald erkennen werden. Ein Miteinander ist immer besser als ein Gegeneinander.

Dienstag, 6. November 2018

Mortal Teamwork (mTw) – Die Rückkehr einer Legende

Welcher e-Sports Veteran kennt sie nicht, die Geschichten um die Rivalität von TAMM und mTw in der CS-Ladder der Clanbase? Oder: Wer erinnert sich nicht mehr an das Lineup rund um die Spieler cracken und koj? Jahre später konnte man mit dem dänischen Team (mTw.dk) große Erfolge feiern, wie zum Beispiel den Gewinn der World Cyber Games 2008. Aber auch in anderen Spielen war mTw einer der erfolgreichsten Clans mit Stammsitz Deutschland. So gewann man in Warcraft 3 zweimal die ESL WC3L Series oder drei aufeinanderfolgende deutsche Meisterschaften in der Spieleserie FIFA. Auch im Spiel Call of Duty 4 wurde man einmal deutscher Meister. Die Erfolgsliste von mTw ist lang und ich persönlich zähle den Clan historisch zu den deutschen Top 5.

Irgendwann verschwand mTw zusehends von der Bildfläche. Halbgare Comeback-Versuche und viele Misserfolge ließen den Ruf von mTw schwinden. In den letzten Jahren war der Clan noch da, aber irgendwie nicht so richtig. Zwischenzeitlich war der Clan sogar aufgelöst.

Nun fand am 02.11.2018 in Hamburg ein Community-Event, organisiert von mTw, statt. Gefragt waren unter anderem Ideen zum Comeback von mTw, aber auch ein Talent-Scouting hat stattgefunden. Man möchte, so mein persönlicher Eindruck, den Clan gemeinsam mit der Community gestalten und so jedermann ermöglichen am Clan und seinen Strukturen mitzuwirken.

In dieser Form eine relativ neuartige Idee, die ich aber durchaus nachvollziehbar und gut finde. Ich drücke mTw jedenfalls beide Daumen.

Sonntag, 4. November 2018

Südkorea ist entthront

Joona „Serral“ Sotala hat das Starcraft II WCS Global Grand Final auf der BlizzCon 2018 gewonnen und ist somit nun ganz offiziell der beste Starcraft 2 Spieler der Welt. Auf seinem Weg dorthin hat er in den Playoffs drei der besten Südkoreaner geschlagen.

Das seit 2012 in dieser Form ausgetragene Turnier wurde bisher jedes Mal von einem Südkoreaner gewonnen, also insgesamt sechsmal. Selbst in allen vor 2018 stattfindenden Grand Finals, also dem Finale des Finales, fanden sich bisher nur Südkoreaner. Nun hat ein junger Finne diesen Bann gebrochen.

Als letzten Gegner schlug Serral den Topspieler Kim „Stats“ Dae Yeob in einem beeindruckenden 4:2. Dabei war die Dominanz von Serral im entscheidenden sechsten Spiel immens. Der Sieg von Serral und die damit verbundenen 280.000 US$ Preisgelder sind mehr als verdient. Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß dabei ein Starcraft 2 Match zu schauen. Vielen Dank dafür und herzlichen Glückwunsch!

Samstag, 3. November 2018

Warcraft 3 Reforged

Ich bin ganz ehrlich: Die Ankündigungen auf der diesjährigen BlizzCon waren eher enttäuschend, hinsichtlich von Diablo gar katastrophal. Das Diablo-Mobile-Game kann eigentlich nur als schlechter Scherz gemeint sein. Die Meinungen der Community sind hierzu auch sehr eindeutig, wenn man sich einmal das Like/Dislike-Verhältnis anschaut:


Das Overwatch-Movie war in Ordnung, auch, wenn ich mir als neuen Helden eher den Roboter und weniger die Ex von McCree gewünscht hätte. Aber Blizzard hat gesagt, dass mehrere Personen aus dem Film potenzielle neue Helden sein könnten. Vielleicht kommt da also noch etwas.

Die eigentliche geplatzte Bombe des gestrigen Tages war aber die Ankündigung zu einem HD-Remake von Warcraft 3, also der ehemaligen RTS-Referenz und einem meiner absoluten Lieblingsspiele. Neben einer aufgehübschten Grafik sollen auch Neuerungen, beispielsweise beim Laddersystem, implementiert werden.

Besonders erwähnenswert ist dieses Remake eines sechzehn bzw. dreizehn Jahre alten Spiels, weil Warcraft 3 im e-Sports Bereich jüngst eine kleine Renaissance erlebt hat. Es wird immer noch auf größeren Turnieren gespielt, etwa in der Warcraft Gold League oder auf dem Warcraft III Invitational. Ein Remake könnte das Spiel nochmals pushen und vielleicht das klassische RTS-Genre als Ganzes wiederbeleben. Videos von Szeneseiten werden bisher überwiegend positiv bewertet:


Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Monate.

Freitag, 2. November 2018

Start der BlizzCon 2018

Heute öffnet die BlizzCon 2018 ihre Pforten. Aus e-Sports Sicht dürften vor allem möglichen Ankündigungen zu Änderungen von Starcraft 2, Heroes of the Storm, Hearthstone sowie Overwatch interessant werden. Der Knüller wäre natürlich eine Ankündigung von Warcraft 4, um auch dem strauchelnden klassischen RTS-Genre wieder auf die Beine zu helfen. Ich glaube aber nicht dran.

Für mich persönlich wird das Highlight World of Warcraft: Classic. Wie ich finde hat WoW kontinuierlich und zunehmend an Niveau verloren, vor allem hinsichtlich des notwendigen Skills, besonders im PvP, aber auch im PvE. Daher würde ich mich freuen, wenn WoW: Classic tatsächlich der richtige Schritt zurück wird. Vom Nostalgiefaktor natürlich ganz zu schweigen.

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Der gebrochene Bann 2.0

Das klassische Echtzeitstrategie-Genre, also die RTS-Spiele, dominieren seit Langem die Südkoreaner. Dauerhaft konnte dieser Bann bisher nur einmal gebrochen werden, so galt der Niederländer Manuel „Grubby“ Schenkhuizen weiten Teilen der Szene über einen sehr langen Zeitraum als bester Spieler in Warcraft 3.

Nun befinden wir uns an einem Zeitpunkt, an dem das RTS-Genre erneut von einem sogenannten Foreigner (Nicht-Koreaner) auf den Kopf gestellt werden könnte. Joona „Serral“ Sotala, Zerg-Spieler aus Finnland und Starcraft 2 Profi, konnte im August diesen Jahres das GSL vs the World Event gewinnen. Hier traten die besten acht Südkoreaner und die besten acht Foreigner der Welt gegeneinander an. Am Rande sei erwähnt, dass mit Tobias „ShoWTimE“ Sieber auch ein Deutscher mit von der Partie gewesen ist.

Serral setzte sich am Ende durch und konnte somit das zweite WCS Global Event des Jahres gewinnen. Er gewann aber nicht gegen irgendjemanden, sondern gleich gegen drei der Topkoreaner: Lee „INnoVation“ Shin Hyung (3:0), Park „Dark“ Ryung Woo (3:1) und im Finale gegen Kim „Stats“ Dae Yeob (4:3). Darüber hinaus konnte Serral alle vier WCS Circuit Events des Jahres 2018 gewinnen, bei denen aber eher selten Südkoreaner zugegen sind.

Für mich persönlich ist Serral der wahrscheinlichste Kandidat seit Langem, der Aussicht darauf hat die Südkoreaner langfristig vom RTS-Thron zu verdrängen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er erst 20 Jahre alt. Bei den WCS Global Finals 2018 gewann er im Übrigen bereits seine Gruppe.