Mittwoch, 31. Oktober 2018

Der gebrochene Bann 2.0

Das klassische Echtzeitstrategie-Genre, also die RTS-Spiele, dominieren seit Langem die Südkoreaner. Dauerhaft konnte dieser Bann bisher nur einmal gebrochen werden, so galt der Niederländer Manuel „Grubby“ Schenkhuizen weiten Teilen der Szene über einen sehr langen Zeitraum als bester Spieler in Warcraft 3.

Nun befinden wir uns an einem Zeitpunkt, an dem das RTS-Genre erneut von einem sogenannten Foreigner (Nicht-Koreaner) auf den Kopf gestellt werden könnte. Joona „Serral“ Sotala, Zerg-Spieler aus Finnland und Starcraft 2 Profi, konnte im August diesen Jahres das GSL vs the World Event gewinnen. Hier traten die besten acht Südkoreaner und die besten acht Foreigner der Welt gegeneinander an. Am Rande sei erwähnt, dass mit Tobias „ShoWTimE“ Sieber auch ein Deutscher mit von der Partie gewesen ist.

Serral setzte sich am Ende durch und konnte somit das zweite WCS Global Event des Jahres gewinnen. Er gewann aber nicht gegen irgendjemanden, sondern gleich gegen drei der Topkoreaner: Lee „INnoVation“ Shin Hyung (3:0), Park „Dark“ Ryung Woo (3:1) und im Finale gegen Kim „Stats“ Dae Yeob (4:3). Darüber hinaus konnte Serral alle vier WCS Circuit Events des Jahres 2018 gewinnen, bei denen aber eher selten Südkoreaner zugegen sind.

Für mich persönlich ist Serral der wahrscheinlichste Kandidat seit Langem, der Aussicht darauf hat die Südkoreaner langfristig vom RTS-Thron zu verdrängen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er erst 20 Jahre alt. Bei den WCS Global Finals 2018 gewann er im Übrigen bereits seine Gruppe.

Samstag, 27. Oktober 2018

e-Sports Leuchtturm Schleswig-Holstein?

USA, China, Südkorea, Indien, Singapur, Vietnam, Finnland, Italien, Frankreich, Russland, Südafrika und viele mehr - die Liste der Staaten, die e-Sports politisch anerkannt haben, ist lang. Deutschland hat diesen Schritt bisher noch nicht gemacht.

Bereits der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD aus diesem Jahr hatte vorgesehen, dass der e-Sports innerhalb der nächsten vier Jahre eine Anerkennung, mit einer Unterstützung für eine olympische Perspektive, erfahren soll. Seither scheint die große Koalition aber mehr mit sich selbst als mit Sacharbeit beschäftigt zu sein.

Daher ist der jüngste Vorstoß Schleswig-Holsteins besonders interessant. Hierzu finden aktuell Anhörungen und Stellungnahmen politischer Organisationen, Vereine, etc. unter folgendem Thema statt:
„Anerkennung der wachsenden Bedeutung von eSport, Zustimmung zu Gesprächen zwischen LRg und eSport-Bund Deutschland; Prüfung einer Förderung von eSport-Veranstaltungen, der Einrichtung von Angeboten an Schulen und der Gründung einer e-Sports-Akademie an der FH Westküste, wissenschaftliche Begleitung von eSport-Aktivitäten, Erarbeitung von Konzepten zum Einsatz und zur Förderung von eSport in der Jugendarbeit, Einsatz auf Bundesebene für eine Verankerung der Gemeinnützigkeit von eSport in der Abgabenordnung, Unterstützung des Dialogs zwischen eSport und traditionellem Sport, Ausbau bereits bestehender Strukturen, Einbindung in die Digitalisierungsstrategie des Landes“
Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein könnte somit zu einem Leuchtturm für den deutschen e-Sports werden und auf Basis einer Anerkennung des e-Sports Unternehmen, Clans, Events, Forschende und Spieler ins Bundesland holen. Darüber hinaus würde man die Grundlage für eine weitere Verzahnung von klassischem Sport und e-Sports schaffen.

Bisher sieht es so, als könnten sich alle im Landtag vertretenden Parteien eine Anerkennung vorstellen. Drücken wir die Daumen!

Freitag, 26. Oktober 2018

Counter-Strike: Global Offensive - Der Radsport des e-Sports‘

Counter-Strike (CS) ist eine sehr alte, erfolgreiche und populäre Disziplin des e-Sports‘, die sich in Varianten seit knapp zwanzig Jahren unter den Toptiteln unseres Sports befindet. Seit jeher hat CS aber auch mit einer Plage zu kämpfen: Cheatern, also Spielern, die Schummel-Programme oder andere regelwidrige Dinge nutzen, um sich unfair zu bevorteilen.

Gerade Spieler, die bereits mehrfach durch seltsame Aktionen aufgefallen sind, hinterlassen bei einem ein bißchen den faden Beigeschmack, den man als Sportfan auch hat, wenn man zum Beispiel die Tour de France im Fernsehen schaut. Sind die Sportler sauber? Geht alles mit rechten Dingen zu? Ist vielleicht gar mein Lieblingsfahrer gedopt?

CS mit dem aktuellen Ableger Global Offensive ist also das, was im klassischen Sport oft mit Rennradsportlern assoziiert wird. Dabei ist die Zahl verdächtiger, aber nicht überführter Topspieler nicht eben klein: Robin "flusha" Rönnquist, Richard "shox" Papillon, Markus "Kjaerbye" Kjærbye, Kristian "k0nfig" Wienecke, Paweł "byali" Bieliński, Marcelo "coldzera" David oder Henrique "HEN1" Teles sind Namen, die immer wieder fallen, wenn öffentlich über potenzielle Cheater diskutiert wird – und die Liste ist noch bedeutend länger. Ob die Spieler cheaten oder nicht bleibt fraglich. Auch hier gilt die Unschuldsvermutung. Auffällige Spielszenen, die gehäuft auftreten, hinterlassen aber ein ungutes Gefühl beim objektiven Beobachter. Ähnlich wie wir es vom Radsport kennen.

Wie bereits im vorherigen Artikel dieses Blogs geschrieben bleibt zu hoffen, dass CS irgendwann eine saubere Disziplin sein wird. Zu wünschen wäre es ihr, ist CS doch ein taktisch und skill-technisch anspruchsvolles Spiel, das sehr gut als Zuschauermagnet geeignet ist.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Dämpfer für den indischen Markt

e-Sports wird auch in Indien immer populärer. Das ist auch vor allem deswegen interessant, weil Indien mit 1,34 Milliarden Einwohnern an Platz 2 der bevölkerungsreichsten Länder der Welt steht.

Nun hat diese noch relativ junge professionelle e-Sports Szene aber einen herben Rückschlag erlitten. Der CS:GO-Spieler Nikhil „forsaken“ Kumawat vom indischen Ableger von OptiC wurde beim Cheaten erwischt – während eines Wettbewerbs und vor laufenden Kameras.

Beim eXTREMESLAND-Event ging es immerhin um einen sechsstelligen Preisgeldpool. Forsaken hat Cheats genutzt, die er versucht hat als Word-Dateien zu verstecken. Durch seine auffällige Spielweise wurden die Judges auf ihn aufmerksam. Die Partie gegen das vietnamesische Team Revolution wurde unterbrochen, um seinen Rechner zu überprüfen. Hierbei fielen die Dateien auf, die forsaken noch hatte zu löschen versucht. Die Admins konnten die Dateien wiederherstellen und ihn so des Cheatens überführen.

Es folgte die Disqualifikation von OptiC India, die umgehend das CS:GO-Team entließen.

Leider sind solche unschönen Persönlichkeiten immer wieder dafür verantwortlich, dass bestimmte Regionen im Speziellen und e-Sports als Ganzes Rückschläge erfahren müssen. Besonders im CS:GO-Bereich sind ähnliche Berichte leider vergleichsweise häufig zu finden. Man denke etwa an die Fälle der Profi-Spieler Hovik „KQLY“ Tovmassian, Gordon „Sf“ Giry, Joel „emilio“ Mako, Anil „cLy“ Gülec, Nikolay „nkl“ Krustev oder den deutschen Spieler Simon „smn“ Beck.

Andere Disziplinen und Genres sind da bereits jetzt deutlich sauberer. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch für CS:GO irgendwann gelten wird.

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Engagement - eSports Nord e.V. - Blog ist wieder aktiv

Ich bin vor Kurzem dem eSports Nord e.V. beigetreten. Einem Verein mit Sitz in der Nähe von Flensburg, der sich unter anderem dafür einsetzt, den e-Sports als Breitensport anerkennen zu lassen.

Hierzu werden LANs, Treffen mit klassischen Sportvereinen, Messeauftritte und andere Veranstaltungen organisiert. Darüber hinaus gibt es ein aktives Vereinsleben mit beispielsweise einem eigenen Teamspeak 3 Server, einer WhatsApp-Gruppe, einer World of Warcraft Gilde und vereinsinternen LAN-Partys.

Die bisherige Zusammenarbeit hat bereits viel Spaß gemacht und ich freue mich auf viele gemeinsame Jahre.

Da sich hierdurch mein Engagement im Bereich des e-Sports nochmals steigert, werde ich auch diesen Blog wieder aktiv nutzen, um Ideen und Neuigkeiten kurz vorzustellen – auch über den Verein hinaus.